Strom aus Sonneneinstrahlung kann technisch auf zwei Wegen erzeugt werden. Die Schweiz und besonders das Engadin sind ideal für die Produktion von thermischer Solarenergie (Warmwasser und Heizungsunterstützung). Eine hohe Anzahl von Sonnentagen, insbesondere im Winter, ist beste Voraussetzung dafür. Solche Anlagen werden dezentral auf Gebäuden erstellt und sind äusserst wirtschaftlich im Vergleich zu anderen Energien. Zusammen mit Geothermie können thermische Solaranlagen den gesamten Energiebedarf von Bauten wirtschaftlich abdecken.
Solarthermische Kraftwerke
Eher ungünstig ist die Schweiz als Standort von Solarthermischen Kraftwerken (CSP, concentrationing solar power), bei denen die Sonnenwärme konzentriert und zur Erzeugung von Dampf genutzt wird, mit dem dann wiederum Strom erzeugt wird, gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Diese Technologien erleben weltweit einen neuen Aufschwung. Die Stromerzeugungskosten sind relativ günstig, mittelfristig kann sogar eine Konkurrenzfähigkeit mit konventionellen Kraftwerkstechnologien (Gas, Kohle, Kernkraft) erreicht werden. CSP Anlagen können in Ländern mit hoher Sonnenintensität und grossen günstigen Landreserven gebaut werden.
Den zweiten Weg stellt die Photovoltaik dar. Diese zukunftsträchtige Technik, welche Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umwandelt, scheint aus heutiger Sicht beste Wachstumsaussichten zu haben. Staatliche Förderprogramme begünstigen die schnelle Verbreitung dieser Form der Solarenergie und tragen dazu bei, über Skaleneffekte die Kosten weiter zu senken.
2008 wurden weltweit 5'300 MW an neuer Leistung installiert (+125% gegenüber 2'400 MW in 2007). Grösste Märkte 2008: Spanien (40%), Deutschland (28%), USA (7%), Italien (5%). Italien und Spanien glänzten 2008 mit Wachstumsraten von über 200%.
Obwohl die Solaranlagen noch wenig zur europäischen Stromversorgung beitragen, engagiert sich die Sonnengemeinde St. Moritz für Solarenergie. Damit helfen wir mit, den technologischen und wirtschaftlichen Durchbruch dieser neuen erneuerbaren Energie zu beschleunigen.
Solarenergie
Die grössten Solaranlagen in der Region:
- Chantarella Solaranlage (1979), 2005 m ü.M.
Die seit über 30 Jahren in Betrieb stehende Sonnenkollektor-Anlage nutzt die volle Dachfläche von 65 m². Nutzung: Sole-Kreislauf für Heizung, Lüftung und Warmwasser. - Eisarena Ludains (Dezember 2000), 1769 m ü.M.
Auf der Eisarena Ludains betreibt die Repower AG eine 16 kW Photovoltaikanlage: 420 Solarmodule Dünnschicht-Cupper-Indium-Selenid (CIS-Zellen) produzieren ca. 16'000 kWh Strom pro Jahr. - Corvigliabahn Solaranlage (2002), 2240 m bis 2484 m ü.M.
18.5 KWp entlang des Bahntrasses produzieren jährlich ca. 18'000 kWh. Jede sechste Fahrt der Corviglia Bahn wird mit Sonnenenergie betrieben. Das sind ca. 1500 Fahrten pro Jahr. - Talstation Luftseilbahn Corviglia - Piz Nair (2003), 2484 m ü.M.
Die Photovoltaikanlage an der Südfassade besticht durch ihre architektonische Eleganz. Die Panelfläche von 10 KWp produziert jährlich ca. 11'500 kWh. Jede 15. Gondel der Piz Nair Bahn fährt mit Sonnenenergie. - Piz Nair Bergstation (2002), 3020 m ü.M.
Die an der Südfassade installierte Photovoltaikanlage von 10,8 kWp produziert jährlich ca. 13'000 kWh und ist die höchstgelegene dieser Grösse in Europa. - Hotel Randolins (1954), 1970 m ü.M.
Eine Solaranlage mit einer Fläche von 200 m² für die Warmwasserproduktion. - Hotel Laudinella (1995), 1775 m ü.M.
Thermal-Solar-Kollektoren auf dem Dach, installiert auf einer Fläche von 140 m². Diese Anlage spart 23 l Heizöl und 60,6 kg CO2 Emissionen pro Gästebett (total 360 Betten) pro Jahr. - Hotel Europa Champfèr
Thermische Solaranlage von 265m². Jährliche Einsparung von 20'000 Litern Heizöl, oder entsprechend 53 Tonnen CO2.Detailangaben unter:
Hotel Europa Solarthermie (PDF 205 KB)
Solarenergie in Hotels (PDF 1.3 MB)





